Presseschau

Hier finden Sie Artikel und Veröffentlichungen über die Parkeisenbahn Vatterode.

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MZ 22.03.2016 Vatteröder Parkeisenbahn: Start für dieses Jahr geplant lesen
MZ 25.10.2015 Herbstfest: Andrang am Vatteröder Teich lesen
MZ 26.03.2013 Start der Parkbahn erst 2014 lesen
MZ 01.10.2012 Noch nicht "Bahn frei" lesen
MZ 21.05.2012 Parkbahn soll wieder rollen lesen
MZ 07.10.2011 Sohn durfte sogar auf die Lok lesen
MZ 29.08.2011 Staatsanwalt zuckelt über die Gleise lesen
MZ 07.05.2011 Parkbahn sucht Stromanschluss lesen
Amtsblatt
Mansfeld
April 2011 Parken für den guten Zweck lesen
Pfiff 01.12.2012 Neustart bei der Parkeisenbahn Vatterode lesen
MZ 21.05.2010 Sachse bringt die Parkbahn am Teich wieder ins Rollen lesen

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MZ 22.03.2016

Vatteröder Parkeisenbahn: Start für dieses Jahr geplant
VON SUSANN SALZMANN, 22.03.2016 16:24 Uhr  


Dienstfahrt: Die Helfer transportieren Schubkarren mit Schotter.
Foto: Salzmann

Vatterode/MZ.  Vatterode - In den vergangenen Jahren musste Björn Garten den Starttermin für die Vatteröder Parkeisenbahn aus verschiedenen Gründen immer wieder verschieben. 2016 soll es nun aber endlich klappen. Je nachdem, wie unproblematisch der „Papierkram“ und die Vor-Ort-Abnahme durch die Landeseisenbahnaufsicht verlaufen werden. „Ohne Beanstandungen und Nacharbeiten können wir in diesem Jahr sicher loslegen“, so Garten, der die 1967 eingeweihte Kleinbahn 2010 erworben hat. Seitdem treffen sich der Eisenbahnfan und einige Mitstreiter regelmäßig zu Arbeitseinsätzen, um die Strecke und die Fahrzeuge wieder fit zu machen.

So auch am vergangenen Wochenende. Die fünf Männer, die aus ganz Deutschland kommen und sich über Eisenbahnforen kennengelernt haben, hatten sich Gleisbau und das Erneuern der Sicherheitstechnik vorgenommen. Und dabei muss man immer damit rechnen, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. „Diesmal ist uns beispielsweise die Bohrmaschine kaputt gegangen. Wenn ich da hinten etwas bohren muss, befinden wir uns wieder im Verzug“, erzählt der studierte Elektroingenieur.


Björn Garten hofft, dass die Lok und die aufgearbeiteten Wagen in diesem Jahr rollen können.
Foto: Salzmann

Gartens „Stammbelegschaft“, wie er die Gruppe der ihm seit Jahren zur Seite stehenden Helfer bezeichnet, fährt derweil mit der EL 9-002 in den Bahnhof ein. Geschwind landet in den Schubkarren Schotter. Vor zwei Jahren haben sie 50 Tonnen Schotter erhalten. Inzwischen ist fast alles verarbeitet. Der Gleisbau auf der insgesamt 1,3 Kilometer langen Strecke ist nahezu abgeschlossen. Den Schotter bringen die Männer in das Gleisbett zwischen die Schwellen zur Stabilisierung ein. Diese Arbeit wurde an diesem Wochenende an einigen Stellen ausgeführt. Beispielsweise von dem Cottbusser Maik Friedwald. Abseits vom Bahnhof in Höhe des Vatteröder Reitgeländes steht Friedwald mit schwerem Gerät zwischen den Gleisen und „stopft“ den Schotter zwischen die Schwellen. „Auf freier Strecke haben wir natürlich keinen Strom. Und Maik hilft uns da mit seinem mitgebrachten Notstromaggregat sehr“, würdigt der 40-jährige Garten das Engagement seiner „Wichtel“.


Maik Friedwald stopft den Schotter ins Gleisbett.
Foto: Salzmann

Den Sachsen, der früher nach eigenen Angaben bei der Pioniereisenbahn gearbeitet hat, reizt das Instandsetzen der Strecke. Wenngleich alles eben nur Stück für Stück geht - finanziell getragen aus eigenen Mitteln oder Spenden. Das Ganze ist ein teures Unterfangen. Das beginne bei den Arbeiten zur Instandhaltung der Bahnhofsgebäude, ziehe sich über die Erneuerung von Anlagen und schließt natürlich auch die Aufarbeitung des Fuhrparks ein. Besonders nervenaufreibend sei die Ersatzteilbeschaffung. Da die Teile nicht mehr gefertigt werden, sei die Suche danach langwierig und finanziell aufwendig. Oft müssen Teile in Sonderfertigung hergestellt werden. „Dazu kommen dann noch die Hauptuntersuchungen für die Lok und die Wagen.“ Die Lok EL 9-002 sei laut Garten erst 2015 nach gut zwei Jahren von der Überprüfung zurückgekommen. „Genau wie die zwei Wagen, die durch die DB Regio für uns ohne finanziellen Aufwand aufgearbeitet wurden“, so Garten mit Blick auf die grün und gelb lackierten Waggons. Ein dritter werde derzeit noch aufgehübscht. Obwohl die Aufarbeitung gesponsert worden sei, sind die Kosten für die Überprüfung sehr hoch. „Sie betragen zwischen 10 000 und 20 000 Euro“, sagt Garten. Alle acht Jahre müsse die Bahn eine solche Hauptuntersuchung über sich ergehen lassen. Im Depot stehen noch weitere fünf Wagen - die aber erst in ferner Zukunft aufgearbeitet werden sollen. „Mit der Lok und drei Wagen können wir für den Anfang starten“, sagt Garten. (mz)

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MZ 25.10.2015

Herbstfest: Andrang am Vatteröder Teich
VON ANKE LOSACK, 25.10.2015 20:53 Uhr  


Die hergerichtete Malstraße beim 1. Herbstfest am Vatteröder Teich wurde von den Kindern rege genutzt.
Foto: Klaus Winterfeld

Vatterode/MZ.  Vatterode - Dutzende abgestellte Fahrzeuge säumten am Samstag die Kreisstraße zwischen Vatterode und Biesenrode. Ob mit dem Auto, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder der „Wipperliese“: Hunderte Menschen nutzten das schöne Wetter, um beim 1. Herbstfest am Vatteröder Teich vorbeizuschauen. Damit wurde ein Kleinod des Mansfelder Landes wieder zum Leben erweckt. Die Besucher hatten Gelegenheit, es zu entdecken.

Gerhard Franke, der Besitzer des Feriendorfs, hatte die Gaststätte und einen der rund 30 Ferienbungalows, die er vermietet, für Besucher geöffnet. „In den Stoßzeiten, also in den Ferien oder zu Festen, sind sie auch gut belegt“, so Franke, der beim Zeigen der Bungalows meinte, dass innen noch einiges gemacht werden müsse. Besucher kamen mit ihm ins Gespräch. So wie Martina Bösel aus Gorenzen, die wissen wollte, ob man sich selbst verpflegen muss, wenn man Übernachtungen bucht. Die Gaststätte habe nicht immer geöffnet, erwiderte Franke. „Fast ausschließlich für Feierlichkeiten.“ Um ihren Besuch unterzubringen, wäre das Feriendorf dennoch eine Alternative, meinte Bösel.Das hieß, alle Löcher aufzuspüren, damit die Mäuse in Zukunft außen vor bleiben. „Über mehrere Wochen haben wir Löcher zugestopft“, sagt Björn Garten. Außerdem wurden die Wagenhallentüren abgedichtet. Und die Mäuse, die einmal drin waren, habe man mit Fallen gefangen. „Etwa zehn sind uns dabei in die Falle gegangen.“ Jetzt seien die Räume mausfrei. Man hoffe, dass das auch so bleibt. Insgesamt habe sich die aufwändige Instandsetzung der gesamten Anlage schwieriger gestaltet als erwartet. „Egal was man anfasst, es dauert länger als erwartet“, sagt Garten. Die Weichen lassen sich zwar bereits stellen, die Signaltechnik müsse aber noch auf Vordermann gebracht werden. Auch Arbeiten an den Gleisen sind in diesem Jahr fest eingeplant.

Möglichkeiten der Unterbringung gibt es am Vatteröder Teich viele. Allerdings muss noch einiges getan werden. So ist Franke derzeit dabei in zwei Häusern etwas abseits des Feriendorfes Apartments herzurichten. Man brauche viel Zeit und Geld, um das gesamte frühere Naherholungsgebiet des Mansfeld-Kombinates wieder auf Vordermann zu bringen, meinte er. In einem der beiden Häuser wurde schon der Fußboden erneuert, eine neue Heizung installiert. Neue, noch verpackte Möbel stehen drin. „Zur Jahreswende kann ein Haus für Gäste eröffnet werden“, sagte der Besitzer.

Björn Garten, der Besitzer der Parkeisenbahn am Vatteröder Teich hat das Jahr 2016 als Eröffnungstermin fest ins Auge gefasst. Die Kinder waren schon am Samstag ganz verrückt nach der kleinen Bahn. „Schade, dass sie noch nicht fährt“, meinte eine Frau, die mit ihrer kleinen Tochter das Herbstfest besuchte. Aber mit der großen Bahn, der „Wipperliese“, konnte man am Samstag ja fahren. Wie Zugbegleiter Merlin Günther sagte, waren bei fast jeder Fahrt alle 64 Plätze besetzt. „Besser kann es nicht laufen“, meinte er weiter.

„Mit so vielen Besuchern hätte ich absolut nicht gerechnet“, so Angela Kaschuba von der Kunstscheune Vatterode, die auf dem Trödelmarkt einen Stand betreute und zusammen mit Gerhard Franke, Björn Garten und Mitarbeitern der Kreisbahn Mansfelder Land das Herbstfest organisiert hatte. Es sei ein gelungener Tag gewesen, an dem gezeigt wurde, dass das Wippertal nicht schläft. Weitere Veranstaltungen sollen laut Kaschuba folgen. (mz)

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MZ 26.03.2012

Start der Parkbahn erst 2014
VON FRIEDER FAHNERT, 26.03.2013 20:40 Uhr  


 Die Parkbahn in Vatterode. (BILD: mz/Archiv)

Der Neustart der Parkbahn in Vatterode ist auf das kommende Jahr verschoben worden. Unter anderem sind dafür Mäuse verantwortlich, die zahlreiche Kabel angeknabbert haben.

Vatterode/MZ.  Der Neustart der Parkeisenbahn in Vatterode muss verschoben werden. Geplant war eigentlich, dass die besonders bei Kindern beliebte Attraktion in diesem Jahr wieder rollt. Doch daraus wird nichts. Ein Grund dafür: Mäuse. Die haben sich im Bahnhofsgebäude zu schaffen gemacht und zahlreiche Kabel angeknabbert. „Die Steuerung zum Gleispult war dadurch hinüber“, sagt Bahneigentümer Björn Garten. Der 37-jährige Eisenbahnfan hat die Parkbahn vor rund drei Jahren erworben und damit vor dem gänzlichen Verfall gerettet. Die Problematik mit den Mäusen sei freilich nicht vorhersehbar gewesen. Zum einen mussten die Kabel repariert werden, zudem musste Sorge dafür getragen werden, dass die kleinen Nager nicht erneut ihre Zähne an den Kabeln wetzen.

Das hieß, alle Löcher aufzuspüren, damit die Mäuse in Zukunft außen vor bleiben. „Über mehrere Wochen haben wir Löcher zugestopft“, sagt Björn Garten. Außerdem wurden die Wagenhallentüren abgedichtet. Und die Mäuse, die einmal drin waren, habe man mit Fallen gefangen. „Etwa zehn sind uns dabei in die Falle gegangen.“ Jetzt seien die Räume mausfrei. Man hoffe, dass das auch so bleibt. Insgesamt habe sich die aufwändige Instandsetzung der gesamten Anlage schwieriger gestaltet als erwartet. „Egal was man anfasst, es dauert länger als erwartet“, sagt Garten. Die Weichen lassen sich zwar bereits stellen, die Signaltechnik müsse aber noch auf Vordermann gebracht werden. Auch Arbeiten an den Gleisen sind in diesem Jahr fest eingeplant.

Hinzu komme, dass immer wieder Arbeiten zu erledigen sind, die mit dem eigentlichen Fahrbetrieb nichts zu tun haben. So mussten beispielsweise Dächer abgedichtet werden. Zudem ist Björn Garten, der als freiberuflicher Elektroingenieur in Dresden arbeitet, beruflich stark eingespannt. Die Instandsetzung der Bahnanlage muss da nebenher organisiert und auch umgesetzt werden. „Ich versuche, im Drei-Wochen-Rhythmus in Vatterode zu sein und hier zu arbeiten.“ Regelmäßig werden auch Arbeitseinsätze durchgeführt. Eisenbahnfreunde aus ganz Ostdeutschland packen dann in der Regel tatkräftig mit an.

Eigentlich sollte die Anlage bereits im Herbst des vergangenen Jahres von Experten des Eisenbahnbundesamtes unter die Lupe und abgenommen werden. Auf Grund der verschiedenen Probleme sei daraus aber nichts geworden. Der Dresdner lässt sich davon aber nicht abschrecken. Aufgeschoben sei schließlich nicht aufgehoben. Im kommenden Jahr soll die Bahn wieder zwischen dem Vatteröder Teich und Vatterode rollen. „Ich bin optimistisch, dass das klappt.“ Dann soll die Bahn an mehreren Wochenenden pro Monat tuckern. In seinem Heimatort Dresden ist bei Björn Garten das Interesse für Eisenbahnen geweckt worden. Als Kind hat er sich Vatteröder Parkeisenbahn Start für dieses Jahr geplant ses Jahr geplant engagiert. Ein Austausch führte 1986 zur Bahn in Vatterode, die er dabei schätzen lernte. Seitdem war Björn Garten jährlich im Sommer in Vatterode. Als schließlich 2008 das Aus für die Bahn kam, wollte er sich damit nicht abfinden. Es sollte kein Schlussstrich sein. Deshalb hat er die Bahn gekauft und will ihr neues Leben einhauchen.

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MZ 01.10.2012

Noch nicht "Bahn frei"
VON MAIK SCHUMANN, 01.10.12


 (FOTO: MAIK SCHUMANN)

Freiwillige Helfer sind in Vatterode dabei, die Parkeisenbahn wieder in Schuss zu bekommen. Eigentümer Björn Garten hat via Internet Interessierte gefunden, die unentgeltlich bei der Sanierung der Anlagen für die Vatteröder Parkeisenbahn helfen. Im nächsten Jahr, so die Hoffnung von Garten, soll die Parkeisenbahn am Vatteröder Teich wieder ihre Runden drehen.

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MZ 21.05.2012
Parkbahn soll wieder rollen
VON FRIEDER FAHNERT, 20.05.12, 20:11h, aktualisiert 20.05.12, 22:06h


Björn Garten, der Eigentümer der Parkbahn in Vatterode, arbeitet hier an der so genannten Drehscheibe. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

VATTERODE/MZ. Die gute Nachricht zuerst: Im Herbst soll die Anlage der Parkbahn in Vatterode wieder in Schuss sein. Soweit jedenfalls, dass sie von den Experten des Eisenbahnbundesamtes unter die Lupe und abgenommen werden kann. Allerdings: Rollen wird sie für den Publikumsverkehr erst im kommenden Jahr. Das ist das Ziel des Eigentümers Björn Garten. Der 36-jährige Eisenbahnfan aus Dresden hat die besonders bei Kindern beliebte Freizeitattraktion vor zwei Jahren erworben und somit vor dem gänzlichen Verfall gerettet.

In vielen kleinen Schritten hat Garten seither an der Sanierung der Strecke, der Bahnen und des Umfeldes gearbeitet. "Dass das nicht im Handumdrehen alles wieder aufgearbeitet werden kann, war mir natürlich klar", sagt der Sachse. Regelmäßig organisiert er Arbeitseinsätze. Bis zu 30 Leute aus ganz Ostdeutschland packen dabei jeweils mit an. Ein wichtiger Schritt konnte in diesem Jahr aber endlich abgeschlossen werden: Die Bahn hat jetzt wieder einen Stromanschluss. Somit konnten Arbeiten an der Sicherungstechnik gestartet werden. "In den vergangenen Wochen wurde sehr viel Zeit darin investiert", sagt Björn Garten.

Pläne, wie der Fahrbetrieb im kommenden Jahr ablaufen könnte, hat er bereits. Eigentlich wollte er ein Wochenende pro Monat die Bahn ihre Runden drehen lassen. Da allerdings allein die Haftpflichtversicherung rund 2 000 Euro im Jahr koste, reiche das nicht aus. Diese Beiträge müssten schließlich auch erwirtschaftet werden. Deshalb werde es mehrere Wochenenden im Monat geben, an denen die Bahn zwischen Vatterode und dem Teich tuckert.

In seinem Heimatort Dresden ist bei Björm Garten das Interesse für kleine Eisenbahnen geweckt worden. Als Kind hat er dort bei der Pioniereisenbahn mitgemacht. Damals war es üblich, dass die jungen Pioniereisenbahner auch bei anderen Kleinbahnen zum Einsatz kommen. Dadurch hat er auch im Jahre 1986 die Bahn in Vatterode kennen und schätzen gelernt. Seitdem war er jedes Jahr einmal im Sommer in Vatterode. Als schließlich 2008 das Aus für die Bahn kam stand für ihn fest: Das darf kein endgültiger Schlussstrich sein. Deshalb hat er die Bahn gekauft.

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MZ 07.10.2011
Sohn durfte sogar auf die Lok
VON BURKHARD ZEMLIN
RÄTSELFOTO Mansfelder erinnern sich gern an Pioniereisenbahn "Junges Leben" im Naherholungsgebiet am Vatteröder Teich.

VATTERODE/MZ. Das Foto aus Vatterode hat "schöne Erinnerungen" geweckt, wie Elka Methner, Gerti Kulas, Helmut Fritsche, Blanka Riebeling, Familie Rypczynski, Beate Kulpe, Reinhard Knüpfer und Evely Gorgas versichern. "Der Vatteröder Teich war für uns oft Ausflugsziel und Urlaubsort", schreibt Elka Methner und fügt hinzu: "Für unseren Sohn war es ein besonderes Vergnügen. Er durfte auch mal mit der Lok mitfahren." Frau Methner hat ein Foto zur Verfügung gestellt, auf dem drei ihrer Kinder und zwei ihrer Neffen in der Pioniereisenbahn zu sehen sind. Jörg Pfaue : "Mit dieser Bahn fuhren schon unsere Kinder gern. Bis zuletzt haben wir tolle kleine Fahrten mit unseren Enkeln gemacht."

Sechs Wochen Bauzeit

Uwe Hauke : "Die Pioniereisenbahn wurde am 2. Juli 1967 eröffnet und am 3. Juli 1967 wurde ihr anlässlich des Tages des Bergmanns der Name ,Junges Leben´ verliehen. Innerhalb von sechs Wochen war die Anlage von Mitarbeitern des Transportbetriebes des Mansfeldkombinates ,Wilhelm Pieck´ errichtet worden. Die einzelnen Stationsbauten wurden von den Brigaden der zentralen Bauwerkstatt, Jugendlichen der Werksbahn und vielen Werktätigen anderer Betriebe des Mansfeldkombinates errichtet. Es wurden 6 000 Tonnen Schlackenschotter angefahren, 2 800 Meter Schienen verlegt, 2 000 Schwellen verbaut und 1000 Meter Erdkabel verlegt. Allein im Jahr 1967 beförderte die Pioniereisenbahn 13 883 Personen und legte dabei eine Strecke von 1 750 Kilometern zurück."
R. Rypczynski bestätigt diese Zahlen. Ebenso Gerald Müller , der auf die 1987 erschienene Festschrift "20 Jahre Pioniereisenbahn Junges Leben Vatterode" hinwies, eine Arbeit von Rainer Liedtke, der seinerzeit Leiter der Anlage war.

Wagen aus dem Bergbau

Monika Arnhold ergänzt, dass bei der Bahn umgebaute Untertage-Mannschaftswagen zum Einsatz kamen. "Auch die Gleis- beziehungsweise Signalanlagen wurden von den Gewerken der Werksbahn erstellt", schreibt sie, und dass alles von der Bahnwerkstatt gewartet worden ist. Letzter Lokführer war Rainer Liedke. Nach der Wende wurde die Bahn vom Landkreis Mansfelder Land übernommen und unter der Regie der Kreisbahn weiter geführt, wie Uwe Hauke schreibt. "Im August 2008 fand die vorerst letzte Fahrt der Parkeisenbahn statt", setzt er hinzu und ergänzt, dass am 18. März 2010 Björn Garten aus Dresden die Anlage übernahm mit dem Ziel, sie zu erhalten und wieder in Betrieb zu setzen.

Landschaftlich eine Perle

A. Gottschalk, Adrien Barowsky und Evely Gorgas wünschen ihm dafür viel Erfolg, "auf dass die Parkeisenbahn bald wieder mit zahlreichen Gästen durch das Wippertal rollt", wie Frau Gorgas es ausdrückt. Landschaftlich sei das Areal immer noch eine Perle. "Aber es fehlt zum Beispiel eine gastronomische Einrichtung, die Tagesausflügler an den Vatteröder Teich locken könnte", gibt sie zu bedenken.
Frau Gorgas war mit dabei, als der Generaldirektor des Mansfeld-Kombinates, Prof. Karlheinz Jentsch, den ersten Zug auf die Strecke schickte. Mehr noch: "Ich, eine gebürtige Vatteröderin, saß in einem der geschmückten Wagen."

Fast jeden Sonntag am Teich

"Der Vatteröder Teich", schreibt sie weiter, "war ein tolles Naherholungsgebiet zu DDR-Zeiten. Wir waren fast jeden Sonntag am Teich - entweder mit der Pioniereisenbahn oder zu Fuß. Im Terassencafè oder später in der ,Karavelle´ wurde eingekehrt. Selbst mein Sohn -Jahrgang 1987 - ist mit der Pioniereisenbahn sehr oft gefahren und war immer ganz aufgeregt.
Nach der Wende konnte ein Aus der Bahn verhindert werden, zu verdanken ist dies dem damaligen Bürgermeister M. Rummel, dem Landrat Sommer, aber auch engagierten Eisenbahnern wie zum Beispiel R. Liedtke. Die Pioniereisenbahn wurde umgetauft in Parkeisenbahn und konnte auch noch ihren 40. Geburtstag feiern. Danach wurde sie zum Verkauf angeboten. Einige Gebäude, wie zum Beispiel die ,Karavelle´, liegen immer noch im Dornröschenschlaf. Es bricht einem das Herz, wenn man das sieht", bedauert unsere Leserin, die die legendären Pressefeste des Mansfeld-Echos nicht vergessen hat, auch nicht die Besuche von Prominenten wie zum Beispiel Sigmund Jähn, dem die Mansfelder am 9. Oktober 1979 einen überaus herzlichen Empfang bereiteten.
Blanka Riebeling ist in Rostock in ihrem alten Album fündig geworden und hat dort Bilder von der Pioniereisenbahn entdeckt und per E-Mail nach Eisleben geschickt. "1986 haben wir mit unseren Kindern dort eine lustige Fahrt unternommen", schreibt sie und verrät: "Aus dem Pionieralter waren wir allerdings schon lange heraus. Spaß hat es trotzdem gemacht. So eine Eisenbahn für Kinder gab es bei uns in Rostock nicht, nur ein Schiff für Pioniere! Damit hatten die Kinder aus dem Binnenland dann ihren Spaß an der Küste."

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MZ 29.08.2011
Staatsanwalt zuckelt über die Gleise
VON HELGA LANGELÜTTICH UND WOLFRAM BAHN, 28.08.11, 18:04h, aktualisiert 28.08.11, 22:05h


Eigentümer Björn Garten (links) aus Dresden erklärt Besuchern, wie die Elektroloks der Parkeisenbahn angetrieben werden.
(FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

VATTERODE/MZ. Für viele Eisenbahnfans gab es am Sonntag nur ein Ziel: den Bahnhof der Parkeisenbahn am Vatteröder Teich. Der Elektroingenieur Björn Garten, dem die ehemaligen Pioniereisenbahn seit dem Vorjahr gehört, hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen, um zu zeigen, was auf dem Gelände inzwischen passiert ist. Und da hat sich eine Menge getan, seit dem die Parkbahn im Jahre 2008 zum letzten Mal gefahren ist.

Technik muss erneuert werden

Das Dach wurde repariert. Auch die Wände im Bahnhof sind inzwischen saniert. Neues Mobiliar - das alte war teilweise durch die Nässe verschimmelt - wird nach und nach neu angeschafft, sagte der 35-jährige Eisenbahnliebhaber aus Dresden. Doch, wer mit der Kleinbahn fahren will, der muss noch warten.

"Das ist noch nicht möglich", räumte der neue Eigentümer ein. Nach seinen Angaben muss die Sicherungstechnik erst noch erneuert werden, auch die Weichen sind zum Teil nicht mehr nutzbar, nachdem sie schon fast 44 Jahre ihre Dienste getan haben. Es sei erst der Anfang gemacht, so Garten, der hofft, dass es nach dem Start im nächsten Jahr richtig losgeht.

Der Dresdner war in den 80er Jahren als Pioniereisenbahner im Austausch an den Vatteröder Teich gekommen und kannte daher die Parkbahn. Seither kam er jeden Sommer. Als die private Kreisbahn Mansfelder Land vor drei Jahren den Betrieb einstellte, weil die Kosten zu hoch wurden, rollte die Schmalspurbahn aufs Abstellgleis.

Auch die Idee, die Parkbahn nach Wippra ins Naherholungsgebiet an der Rodelbahn "umzusiedeln", blieb ein Wunschtraum. So entschloss sich der Dresdner im vorigen Jahr, die Parkbahn vom Landkreis zu kaufen, um sie zu retten. Ein schwieriges Unterfangen, wie auch die Besucher am Sonntag erfuhren. Doch es wurde kein Trübsal geblasen. Stattdessen bot der neue Bahneigentümer ein buntes Programm für Jung und Alt.

Im Lokschuppen lief der Kinderfilm "Thomas die Lokomotive", auf einem Tisch war ein kleine Eisenbahn aufgebaut. Memory-Spiele sorgten für Unterhaltung. Auf Tafeln wurde über die Technik informiert. Auch die Batterie, über die die Bahn betrieben wird, konnte in Augenschein genommen werden, so wie die noch gut erhaltenen Relais. Die waren allerdings zur Sicherheit durch Glas geschützt. Gut erhalten präsentierten sich die Loks und Wagen der Parkbahn.

Als besondere Überraschung besonders für die jüngsten Gäste zog im Freigelände vorm Bahnhof eine kleine Gartenbahn ihre Kreise. Johann und Friedrich Ulrich, die mit ihren Eltern aus Gorenzen zum Tag der offenen Tür gekommen waren, drehten damit gleich ein paar Runden. "Es ist schön, dass es hier weiter geht", meinte der Rentner Joachim Müller aus Vatterode.


Staatsanwalt Rolf Bach dreht in Uniform mit der Gartenbahn seine Runden

Helfer sogar aus Stuttgart

Mittlerweile sind erste Helfer dazugestoßen. Einer, der am Sonntag sogar eine Eisenbahner-Uniform anhatte, ist Rolf Bach aus Weimar. Er hat im Internet von dem Vorhaben erfahren, die Parkeisenbahn wiederzubeleben. Seither hilft er in seiner Freizeit mit. "Mich interessiert die Technik. Das ist ein guter Ausgleich für meine Arbeit", sagte lächelnd der junge Mann, der von Beruf Staatsanwalt ist.

Erinnerungen an seine Kindheit wurden bei Richard Hohmann wach. Er gehörte wie Björn Garten zu den "Austauscheisenbahnern", die es zwischen Dresden und Vatterode gab. "Das Interesse an der Bahn habe ich behalten und hier gibt es dafür das richtige Betätigungsfeld", erzählte der Eisenbahnfan, der extra aus Stuttgart angereist war, um mitzumachen.

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MZ 07.05.2011
Parkbahn sucht Stromanschluss
VON FRIEDER FAHNERT, 06.05.11, 19:16h, aktualisiert 06.05.11, 21:57h


mit zwei Loks der Parkbahn in Vatterode. Der Sachse hat vor, die Bahn wieder rollen zu lassen. 
 (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)


VATTERODE/MZ. Ohne Strom rollt nix: Genau das ist das derzeitige Problem von Björn Garten, der seit dem vergangenen Jahr Eigentümer der Parkbahn in Vatterode ist. Der 35-jährige Eisenbahnliebhaber hat sich vorgenommen, der besonders bei Kindern beliebten Freizeitattraktion wieder Leben einzuhauchen. Das gehe freilich nicht von heute auf morgen.

Aber Voraussetzung sei natürlich, dass Strom vorhanden ist. Derzeit werde ein Angebot von einem Energieunternehmen erarbeitet.

Wenn das auf dem Tisch liegt, heißt es nach Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Immerhin werde der Stromanschluss samt Kabelverlegung sicher deutlich über 20 000 Euro liegen, schätzt Björn Garten. "Und diese Summe kann ich natürlich nicht allein aufbringen." Batterien laden, Weichen stellen, Durchsagen am Bahnhof - zu vielen Dingen ist Strom notwendig, um die kleine Bahn tuckern zu lassen. Er hofft, dass bis zum Jahresende das Thema Strom abgehakt werden kann.
In der Zeit seit der Übernahme vor einem Jahr hat sich aber schon viel getan auf dem Areal der Parkbahn. "Es gab beispielsweise jede Menge aufzuräumen und Unrat zu beseitigen."

Im Winter sei zudem bei der Eiseskälte eine Wasserleitung geborsten. Auch die galt es reparieren und dabei gleich frostsicher zu verlegen, so Björn Garten, der in Dresden wohnt und als freiberuflicher Elektroingenieur arbeitet. Etwa alle zwei bis drei Wochen ist er in Vatterode, um sich dort auf Parkeisenbahngelände seinen Traum zu verwirklichen.

Mittlerweile gab es auch einen ersten Arbeitseinsatz Anfang April, bei dem zahlreiche Eisenbahnfreunde mit von der Partie waren. Weitere Einsätze für die Zukunft sind geplant. Alles mit dem Ziel, die Bahn wieder rollen zu lassen. Wenn alles klappt, könnte das im nächsten Jahr der Fall sein, hofft Björn Garten.

Für den 28. August ist ein Tag der offenen Tür geplant. Dort will er Interessierten sein Projekt vorstellen und mit den Leuten ins Gespräch kommen.

Der nächste Arbeitseinsatz findet am 14. Mai, 13 bis 18 Uhr, und 15. Mai, 10 bis 16 Uhr, statt. Helfer sind zu diesem Wochenende willkommen.

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Amtsblatt
Mansfeld
April 2011

Parken für den guten Zweck
 

Vatterode: Liebe Einwohner der Gemeinde Mansfeld, ich möchte Sie über diesen Weg vorab informieren, dass der zur Parkeisenbahn gehörenden Parkplätze am Vatteröder Teich in Kürze gebührenpflichtig werden wird.

Auch wenn diese Maßnahme bei einigen vorerst auf Unverständnis treffen wird, so hoffe ich doch, dass nachfolgende Erläuterung ein wenig Licht ins Dunkel bringt.

Ich bin vor einem Jahr mit dem ehrgeizigen Ziel angetreten, den Bestand der Parkeisenbahn am Standort Vatterode zu sichern und den Fahrbetrieb wieder aufzunehmen. Letzteres wird noch etwas auf sich warten lassen, aber unterdes geht es unaufhaltsam vorwärts, wie einigen eventuell schon aufgefallen.

Unabdingbar für den Fortbestand der Bahn ist natürlich das liebe Geld. Selbst später, wenn der Fahrbetrieb wieder aufgenommen sein wird, werden die Einnahmen die Kosten nicht decken.

Die Parkgebühr am Vatteröder Teich (Bahnhof Mansfeld Schleife), welche mit 1 Euro sehr klein und für den ganzen Tag pauschal unabhängig von der Parkdauer zu entrichten ist, ist ein wichtiger Stützpfeiler im langfristigen Finanzierungskonzept.

Jedes Mal, wenn Sie am Teich parken und über ihr Handy die Parkgebühr entrichten, leisten Sie einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Parkeisenbahn an Ihrem Heimatstandort.

Hochachtungsvoll, Ihr Björn Garten

 

 Wie funktioniert sms & park?

Senden Sie einfach eine SMS mit Ihrem KFZ-Kennzeichen an die 831194.
Es ist keine Registrierung erforderlich.
Sie erhalten umgehend eine Bestätigungs-SMS über die erfolgreiche Buchung.

Was kostet mich das Parken?

Die Parkgebühr beträgt 1,00€.
Die Kosten für den Versand der SMS richten sich nach Ihrem Vertrag und sind im Falle einer Flatrate sogar umsonst.

Welche Tarife gibt es?

Es gibt nur einen Tarif:
1€ für den ganzen Tag. Sie können daher auch mehrfach am gleichen Tag wegfahren und wiederkommen.

 

Nähere Informationen über dieses und andere Themen finden Sie auch auf der Internetseite der Parkbahn unter
http://www.parkeisenbahn-vatterode.de

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Pfiff 01.12.2010

NEUSTART BEI DER PARKEISENBAHN VATTERODE

FRANK DÖRNER IM INTERVIEW MIT BJÖRN GARTEN

Viele Jahre fuhr eine Parkeisenbahn am Vatteröder Teich. Vor zwei Jahren kam jedoch das Aus: Der ehemalige Betreiber der kleinen Eisenbahn, die Kreisbahn Mansfelder Land konnte trotz seines Engagements die Kosten für einen regelmäßigen Fahrbetrieb nicht decken. Der Fahrbetrieb musste eingestellt werden. Nun gibt es wieder Licht am Ende des Tunnels:

Der ehemalige Dresdner Parkeisenbahner Björn Garten hat die Anlagen vom Landkreis gekauft und möchte die beliebte Freizeitattraktion wieder zum Leben erwecken.

Wir hatten Gelegenheit, den neuen Eigentümer zu den genauen Umständen des Engagements und zu den Zukunftsplänen zu befragen.

Herr Garten, Sie sind stolzer Besitzer einer eigenen Eisenbahn. Wie ist es dazu gekommen?

Das ist eine lange Geschichte. Sie beginnt im Jahr 1986, als ich das erste Mal als Pioniereisenbahner der Pioniereisenbahn Dresden nach Vatterode fuhr. Seither verbrachte ich jedes Jahr meinen Urlaub am Vatteröder Teich. Die „stille“ Betriebseinstellung im Jahr 2008 und die folgenden Zeitungsartikel in der MZ veranlassten mich, die Verantwortlichen beim Landkreis Mansfeld-Südharz regelmäßig zu kontaktieren, um zu erfahren, wie die Zukunft der Bahn aussieht. Gewohnt an die Antworten über „Ungewissheit“ und „Keine Interessenten“ staunte ich nicht schlecht, als plötzlich die Gegenfrage gestellt wurde, ob ich die Bahn nicht haben möchte. Das musste ich erst mal verdauen. Es vergingen noch etliche Monate, in denen ich über etwaige Konsequenzen nachdachte, bevor ich in Verhandlungen über Preis und Konditionen mit dem Landkreis trat.

Wie steht Ihre Familie dem Vorhaben gegenüber?

Zum Glück durchweg positiv. Meine Frau war von Anfang an über alles informiert und in die Entscheidung mit einbezogen. Ohne ihr Einverständnis ginge es ohnehin nicht und es gibt klare Absprachen über unsere Prioritäten. Meine Mutter zieht als Vollzeit-Oma ebenfalls mit am selben Strang und mein Bruder – keine Frage – sitzt natürlich mit im Boot.

Derzeit ist leider kein öffentlicher Fahrbetrieb möglich. Was steht dem entgegen?

Leider nicht die „geplanten“ Probleme. Durch die unbemerkte Undichtigkeit des Daches am Bf. Mansfeld Schleife und den fehlenden Luftaustausch kam es während der Stilllegungsphase zu einem massiven Schimmelschaden an Mobiliar und Gebäude. Das Mobiliar wurde entsorgt, eine kostspielige Sanierung an eine Fachfirma vergeben. Da die Bahn ausschließlich Akku-Lokomotiven hat ist die Verfügbarkeit von Strom essentiell. Kein Problem möchte man meinen. Zu DDR-Zeiten wurden aber nicht selten „kooperative“ Installationen vorgenommen, die es nun ermöglichen, dass der neue Eigentümer des Feriendorfes am Vatteröder Teich mit einer einzigen Handbewegung ein „unlösbares Problem“ schafft. Zu allem Unbehagen ist auch noch die Wasserzuleitung am Bf. Mansfeld Schleife im Winter kaputt gegangen.

Trotzdem gibt es sicherlich schon Pläne, die Parkeisenbahn Vatterode wieder fahren zu lassen. Wie sehen diese aus und mit welchem Zeitrahmen kann man rechnen?

Neben der Lösung der o.g. Probleme betreibe ich selbstverständlich Anstrengungen um den Fahrtrieb eisenbahntechnisch und –rechtlich „aufzugleisen“. Wann der Start in die erste Fahrsaison erfolgen kann hängt leider maßgeblich von Dritten ab. Bis dahin hat die Erhaltung der Substanz, d.h. Gleise, Fahrzeuge, Gebäude und Grundstück oberste Priorität. Außerdem möchte ich, dass am Tag 1 alles perfekt ist. Schon jetzt ist, nach Analyse der Kassenunterlagen, klar, dass es keinen regelmäßigen Fahrbetrieb geben kann, wie er durch die „Kreisbahn Mansfelder Land“ aufrecht erhalten wurde. Das Umfeld gibt keine Laufkundschaft her, wie man es bei der Dresdner Parkeisenbahn kennt. Fahrgäste die man befördern möchte, muss man selbst anlocken. Das wird meine Hauptaufgabe in den nächsten Jahren sein. Starten möchte ich daher mit ca. 3-4 Fahrtagen pro Jahr begleitet von einer selbst organisierten Veranstaltung im direkten Umfeld.

Der Betrieb einer Eisenbahn kostet viel Geld. Insbesondere die Instandhaltung von Fahrzeugen soll sehr teuer sein. Wie wollen Sie den Betrieb finanzieren?

Hier muss ich widersprechen. Der Betrieb einer Eisenbahn kostet in erster Linie viel Zeit. Natürlich ist wirtschaftlich Geld und Zeit eng miteinander verknüpft. Bisher gab es im Umfeld der Parkeisenbahn Vatterode keinen Verein und keine Lobby. Die nach dem MZ-Artikel vom 22.05.2010 eingegangen Angebote und Kontaktanfragen von Vereinen und Privatpersonen stimmen mich jedoch sehr zuversichtlich, dass ich nicht auf verlorenem Posten stehe. Hier möchte ich Christoph Michalski, einen Jungen aus Zscherben, erwähnen, der mich ganz besonders (per Mail) in meinem Bestreben bestärkt hat.

Viele kleinere Eisenbahnen und Eisenbahnvereine, Museen und Interessengemeinschaften sind auf ehrenamtliches Engagement freiwilliger Helfer dringend angewiesen. Gibt es die Möglichkeit, bei den Aufräum- und Rekonstruktionsmaßnahmen zu helfen? Gibt es beispielsweise öffentliche Arbeitseinsätze?

Öffentliche Arbeitseinsätze wird es ab 2011 geben. Es gibt reichlich Handlungsbedarf in den Bereichen „Entrosten“ , „Streichen“ und „Ersetzen“, „Inventar sondieren“ und „katalogisieren“. Derzeit hindern mich die vorstehend genannten Probleme Arbeitseinsätze durchzuführen. Kaum ein Gerät funktioniert heute ohne Strom. Toilettenspülung, Waschbecken und Dusche sind gerade bei Arbeitseinsätzen wichtige Voraussetzungen.

Wie kann sich die Öffentlichkeit über Neuigkeiten bei der Parkeisenbahn informieren?

Ich bemühe mich, die Webseite stets aktuell zu halten. Aufgrund der regionalen Zuordnung wird es vermutlich ab und zu Artikel in der MZ (Mitteldeutsche Zeitung) geben.

Gibt es die Möglichkeit, für die Eisenbahn zu spenden?

Prinzipiell ja. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich keine Spendenbescheinigungen ausstellen kann. Es ist mir wichtig, dass es  hierbei keine Missverständnisse gibt. Wer spenden möchte überweist bitte an:

Empfänger: Parkeisenbahn Vatterode
Konto: 3150088835
Bankleitzahl: 85055000
Kreditinstitut: Kreissparkasse Meißen
Verwendungszw.: Spende + Name

Wer sein Geld für etwas Bestimmtes eingesetzt wissen will, kann gern im Verwendungszweck ein entsprechendes Stichwort unterbringen wie „Fahrbetrieb“, „Hauptuntersuchung“, „Rollmaterial“, „Sicherungstechnik“, o.ä. Ich werde das auf jeden Fall respektieren.

Wir wünschen Ihnen bei Ihrem Vorhaben alles Gute und danken für das Interview.

Vielen Dank.

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MZ 21.05.2010

Sachse bringt die Parkbahn am Teich wieder ins Rollen
VON FRIEDER FAHNERT, 21.05.10, 19:41h, aktualisiert 21.05.10, 20:19h


Björn Garten schiebt eine der beiden Kleinbahnen aus der Garage. Der Dresdner ist neuer Eigentümer der Parkbahn in Vatterode.
(FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)


VATTERODE/MZ.
Die Parkeisenbahn am Vatteröder Teich ist gerettet: Björn Garten ist de facto der neue Eigentümer der Bahn. Der Notarvertrag ist unterschrieben, es seien lediglich noch einige Formalitäten offen. Der 34-jährige Eisenbahnliebhaber aus Dresden erwirbt damit die bei Kindern beliebte Freizeitattraktion vom Landkreis.

Allerdings: In diesem Jahr wird die Bahn noch nicht rollen. "Es muss erst das Umfeld hergerichtet werden", sagt der Sachse. Für eine der beiden Loks stehe zudem eine Hauptuntersuchung an.

Er hofft, dass im kommenden Jahr die kleine Bahn wieder tuckern kann. Freilich nicht im täglichen Dauerbetrieb, das ließe sich nicht finanzieren. So an drei oder vier Wochenenden Fahrten anzubieten schwebt ihm vor: Pfingsten, Kindertag oder Zuckertütenfest zum Beispiel. Eingebunden werden sollen die Fahrttage in kleine Feste, die auf dem Gelände veranstaltet werden. "Denn nur von Laufkundschaft wird sich die Sache nicht lohnen", sagt der freiberufliche Elektroingenieur.

In erster Linie will Björn Garten das ehrgeizige Projekt alleine stemmen. Unterstützung erhält er womöglich von seinen vielen Eisenbahnfreunden in Dresden.

Dort in Dresden ist auch sein Interesse für kleine Eisenbahnen geweckt worden. Als Kind hat er dort bei der Pioniereisenbahn mitgemacht. Damals sei es üblich gewesen, dass die jungen Pioniereisenbahner auch bei anderen Kleinbahnen zum Einsatz kommen - sozusagen als Austausch-Pioniereisenbahner. Dadurch hat Björn Garten auch 1986 die Vatteröder Bahn kennen und schätzen gelernt. Seit dem war er jedes Jahr einmal im Sommer in Vatterode.

Als vor zwei Jahren das Aus für die Parkeisenbahn kam, habe es schon ziemlich geschmerzt, mit ansehen zu müssen, wie das Unkraut das Gleis mehr und mehr verdeckt. "Das tat schon weh", räumt Björn Garten ein. Für ihn stand fest, dass sich da etwas tun muss. Deshalb habe er den Kontakt mit dem Landkreis als Besitzer der Parkbahn gesucht und schließlich den Zuschlag gekommen. Er stehe jetzt am Anfang, vor einem Berg von Arbeiten, die zu erledigen sind.

Er kann die Parkbahn nach eigenen Bekunden allein nicht betreiben. Dazu bedarf es Partner, sagte er. Als zukünftigen Betreiber kann er sich einen Verein oder eine Firma vorstellen. Wer da alles potentielle Ansprechpartner sein werden, das sei noch völlig offen.

Erst will Björn Garten die gröbsten Arbeiten anpacken, um dann auf Partnersuche für das Projekt "Parkeisenbahn Vatterode" gehen.

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